Über Minecraft, Bukkit, Sponge, Glowstone und Microsoft

Erstmal hallo und schön, dass du diesen Blogpost liest.

Ich wollte auch einfach mal meinen Senf zu den aktuellen Geschehnissen in der Minecraft-Gemeinde abgeben.

Außerdem soll dieser Beitrag auch ein wenig als Link- bzw. Informationssammlung dienen, was denn so passiert ist in letzter Zeit.

Angefangen hat alles damit, dass Evilseph, der bis dahin Leiter des Minecraft-Server-Projektes Bukkit war, bekanntgegeben hat, dass Bukkit nicht mehr weitergeführt wird. Hier wurde bereits oft vorrausgesagt, dass der Minecraft-Multiplayer sterben wird, ohne die größte Server-Software, die durch Plugins nahezu unendlich erweitert werden kann. Evilseph’s Gründe waren angeblich, das große Lizenzenproblem zudem ich später noch kommen werde und dass Mojang ihnen angeblich nie so richtig eine Erlaubnis zugesagt hätte, den MC-Server-Code zu verwenden. Daraufhin hat der Minecraft Entwickler Jeb auf Twitter gepostet, dass es nicht Evilsephs Sache sei, Bukkit zu beenden, Bukkit gehöre ja schließlich Mojang. Zwei Stunden shitstorm auf Mojang später, warum sie denn geheimgehalten hätten, dass sie Bukkit vor 2! Jahren gekauft haben. Es wurde zwar bekanntgegeben, aber ist irgendwie nicht so bekannt geworden, ob Absicht von Mojang oder nicht bleibt offen. Zudem hatten die meisten Bukkit-Developer keine Ahnung davon. Auch für mich kam es etwas überraschend. Aber weiter gehts. Ein wenig später hat Dinnerbone, der ja zusammen mit Grum das Bukkit Projekt begonnen hatte und jetzt für Mojang an Minecraft arbeitet, bekanntgegeben, er würde persönlich daran arbeiten Bukkit für 1.8 zu updaten. Soweit so gut. Hier noch einmal eine Zusammenfassung dieser Ereignisse von lukegb.

So sah erstmal alles gut aus, Dinnerbone macht Bukkit weiter und alles ist wie vorher. Falsch gedacht. Das war erst der Anfang aller Probleme.

Etwas mehr als eine Woche später, ich schaue mal wieder auf der Bukkit Downloads Seite vorbei und warte darauf, dass es ein erstes 1.8 Update gibt. Aber dann sehe ich etwas, was sich erstmal nicht so gut anhört “451 Unavailable for Legal Reasons”. Zu dem Zeitpunkt noch ohne Beschreibung was denn los ist. Ich denke mir erstmal nichts dabei und hoffe, dass die Downloads bald wieder online gebracht werden. Am nächsten Tag lese ich mir die Beiträge dazu im Spigot Forum durch. Hier wird klar: Bukkit hat einen DMCA Takedown Request erhalten. (DMCA steht für Digital Millenium Copyright Act, der in Amerika Copyright-Gesetze darstellt) Diesen hat Wolvereness (oder Wesley Wolfe) gesendet (einer der aktivsten Bukkit Developer). Ein bisschen Erklärung dazu: Die Serversoftware CraftBukkit ist unter der GPL Lizenz veröffentlich. Das bedeutet, dass jeglicher enthaltener Code veröffentlicht werden muss. Da aber in CraftBukkit der Minecraft Code enthalten ist und Mojang diesen nicht veröffentlichen möchte, entsteht hier ein Problem, dass bereits seit den Anfängen von Bukkit vorhanden ist und von allen Parteien toleriert wurde. Wenn jetzt Mojang die Lizenz von CraftBukkit ändern möchte, benötigen sie das Einverständnis von allen Developern, die jemals einen Teil des Codes beigetragen haben. Damit aber war Wolvereness nicht einverstanden und hat sich (sehr wahrscheinlich zu recht) gewehrt, da er seit zwei Jahren eigentlich für den Erfolg für Mojang gearbeitet hat ohne es zu wissen und keinerlei Be-/Entlohnung dafür bekommen hat. Hier kann man die Email von Wesley sehen. Ein wenig später haben Spigot (ein Fork von CraftBukkit; auf Performance fokussiert) und Cauldron(eine Kombination von Forge und CraftBukkit) ebenfalls eine solche DMCA-Notice bekommen, da sie ja beide auf CraftBukkit und damit auch auf Wesley’s Code basieren. Kurz darauf haben die Cauldron Entwickler das Ende ihres Projektes bekanntgegeben und sozusagen “aufgegeben”. MD5 hingegen (der Hauptentwickler von Spigot) hat bekanntgegeben, er werde einen Anwalt beaufragen, sich das ganze anzusehen. Das hat er dann auch mithilfe vieler Spenden getan. Dieser hat dann zwar eine “Counter Notice” (also ein “Einspruch” gegen die DMCA-Notice) verfasst, jedoch haben sie diese nie gesendet. Die Gründe dafür sind, dass falls der ganze Fall vor Gericht kommt, das Spigot-Projekt die Kosten nicht tragen könnte. Also haben sie kurzerhand auch ihre Downloads offline genommen.  Einen Tag später waren auch die Github Repositories der genannten Projekte down. Ein wenig später haben dann auch nahezu alle anderen an Bukkit beteiligten ihre Abschiedsbriefe geschrieben. Das wars dann also Bukkit.

Das war dann erstmal die blödeste Situation die man sich vorstellen kann. Jedoch haben sich drei Lösungen herausgebildet:

1. Spigot macht weiter

Wie? So: MD5 hat einen Spigot Patcher veröffentlicht, der es ermöglicht die Spigot Patches zur Verfügung zu stellen ohne Minecraft bzw. Wolvereness’ Code zu enthalten. Jedoch muss die zu patchende Datei noch irgendwie im Internet gefunden werden. Wie, das bleibt jedem selbst überlassen. Das ganze scheint jedoch eher nur eine temporäre Lösung zu sein. Mal sehen, was sich hierraus entwickelt.

2. Sponge

Als sich das ganze Drama zu entwickeln begann hat sk98q (Entwickler von WorldEdit, WorldGuard und anderen sehr bekannten Plugins) zusammen mit anderen bekannten Leuten der Minecraft Welt eine Umfrage namens #NextStep zu starten, in der es darum geht, auf welche Server-Software man sich jetzt verlassen sollte. Anschließend haben sie begonnen die Server-Software Sponge zu entwickeln, die auf Forge basiert und eine ähnliche API wie Bukkit bieten soll. Innerhalb von 2 Tagen war das Grundgerüst der API und der Implementation fertig, außerdem ein funktionierendes Forum aufgesetzt. Die Webseite ist hier zu finden. Hier scheint es ein sehr großes Potenzial zu geben.

3. Glowstone

Der schon vor einigen Monaten begonnene Server Glowstone wird keinerlei der bisherigen Probleme haben, da er komplett von neu auf geschrieben wurde, sich aber auch noch in einem recht frühen Stadium befindet. Es existieren noch keine Entities und auch keine Physik. Jedoch ist das, die meiner Ansicht nach beste Möglichkeit die Minecraft Community zu retten. Auch warten hier schon viele Pull Requests darauf gemerged zu werden. So haben wir bald eine vollständige neue Server-Software ohne auf dem Minecraft Source Code zu basieren. Außerdem ist Glowstone eine Implementation der Bukkit API, d.h. dass viele Bukkit Plugins weiterhin funktionieren werden. (Webseite)

 

So erschien das ganze Drama auch erstmal überstanden, bis letzten Donnerstag dann die Mitteilung kam, Microsoft wolle Mojang kaufen. Bitte was? Ja genau, und heute war es dann soweit, Microsoft und Mojang bestätigten, dass die Übernahme beschlossene Sache ist. Hier ist der offizielle Blogpost von Mojang. Auch Notch hat einen Artikel geschrieben, jedoch ist seine Seite notch.net derzeit überlastet und schwer erreichbar. Hier erklärt er, warum er Mojang verlässt. Wer mehr darüber wissen möchte, soll sich den Post durchlesen.

Aber was bedeutet das jetzt für uns? Naja, es kann einerseits etwas gutes bedeuten, Microsoft hat unbestrittenerweise mehr Möglichkeiten das Spiel voranzutreiben und mehr Anwälte (usw.) und kann mögliche Mängel in unterschiedlichen Dingen wie bspw. der EULA beseitigen. Andererseits kann Microsoft natürlich auch alles kaputt machen. Wenn sie bspw. das modden oder die YouTuber einschränken ist das eindeutig das Ende Minecrafts. Außerdem stellt sich die Frage warum eine Firma wie Microsoft Mojang für ultimative 2.5 Milliarden Dollar kauft? Was versprechen sie sich davon? Natürlich ist Minecraft sehr erfolgreich, jedoch wird der Erfolg sehr wahrscheinlich nicht mehr so viel größer werden. Also was wird Microsoft machen? Werden sie extra Inhalte zum kaufen anbieten oder ähnliches? Das wäre das schlimmste was Minecraft passieren könnte und sehr warscheinlich auch das Ende der großen Community.

 

Jetzt heißt es Abwarten und hoffen, dass alles gut wird, aber wie wahrscheinlich ist das nach all diesen schwierigen Phasen innerhalb von nur knapp einem! Monat. Und sind die Probleme jetzt langsam vorbei?

 

So, wie gesagt, ich wollte auch nur mal meine Meinung zu dem ganzen Thema abgeben und ich hoffe ich konnte einige Sachen ein wenig klar machen.

Bis zum nächsten Blogpost!

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